Schildkröte

Regenbogen

Philipp, Patrick und Lukas stehen am Fenster und schauen nach draußen. Es regnet. Dicke Tropfen platschen an die Fensterscheiben, unaufhörlich. Sie möchten so gern im Freien spielen. Aber bei dem starken Regen wären sie in wenigen Minuten durchnäßt. Der Regen läßt mit der Zeit nach. Sonnenstrahlen durchdringen die dunklen Regenwolken. "Seht", ruft Philipp seinen Freunden zu, "ein Regenbogen!". Tatsächlich, ein Regenbogen spannt sich vom Stadtrand zum fernen Horizont im Norden über das weite Himmelszelt. Mächtig und immer mächtiger wird der Regenbogen.

 

Da hält es die Kinder nicht mehr im Haus. So etwas hatten sie bisher noch nicht gesehen. Sie laufen zu einer Wiese am Stadtrand. Hier beginnt der Regenbogen. Vorsichtig ertasten sie den Regenbogen. Ist er auch fest genug? Ja, er ist stabil, meinen die drei Jungs. Die drei Jungen erklimmen den Regenbogen und gehen auf ihm entlang. Immer höher und höher gehen sie. Von luftiger Höhe sehen sie ihre Stadt mit ihren Menschen, den vielen schmucken Häusern, den bunten Gärten und den romantischen Parks. Höher und immer höher steigen sie, da ist der große Fluß, der sich in vielen Bogen durch das Gebirge schlängelt, sie sehen die Bauern auf den Feldern und tiefe dunkle Wälder und Seen, wie Perlen schimmern. So hatten sie die Welt noch nie gesehen. Schön ist sie,

unsere Welt! Ohne Angst gehen sie weiter und staunen. "Schau, da ist das Meer!", ruft Philipp. Tatsächlich, es ist das blaue Meer mit vielen weißen Schaumkronen. Jetzt hält es die Jungs nicht mehr. Sie laufen in windeseile dem Ende des Regenbogens entgegen. Sie gelangen auf eine Insel mit sanften Bergen und grünen Buchenwäldern. Umsäumt wird die Insel von herrlichem Sandstrand. Im Sand sehen sie eigenartige Spuren. "Was ist das?", fragen sie erstaunt. Neugierig folgen sie den Spuren. Plötzlich sehen sie eigenartige Wesen aus Urzeiten vor sich. Sie tragen einen dicken Panzer. "Es sind Schildkröten", schreit Patrick vor Freude. Flugs sitzt jeder der Jungen auf einer Schildkröte und gemächlich lassen sie sich von ihnen über die Insel tragen.

 
 

Anschließend bauen die Kinder Burgen im Sand und baden im Meer. So vergeht der Tag im Paradies. Langsam versinkt der rote Sonnenball im Meer. Es wird dunkel. Sie laufen zum Fuß des Regenbogens. Aber wo ist der Regenbogen? Er ist weg. "Was machen wir jetzt?", fragen sich die Jungen. Traurig sitzen sie am Strand. Plötzlich hören sie eine Stimme. "Kinder seid nicht traurig", spricht sie, "baut euch schnell aus Hölzern ein Floß zusammen mit einem Mast mit vielen Blättern". Sie folgen der Stimme und tuen wie ihnen geheißen. Als sie auf dem Floß sitzen schickt auf einmal die untergehende Sonne

ihren Sonnenwind zur Insel. Der ergreift das Floß mit dem Blättersegel. Es ruckt und der Sonnenwind treibt sie vorwärts. Der abendliche Sonnenstrahl führt die drei Jungen auf ihrem Floß in ihre Heimat. Müde und glücklich kehren die Kinder heim. Sie träumen von den schönen Stunden auf der Insel, den Ritt auf den Schildkröten, vom Baden im Meer, der schönen Welt, die sie vom Regenbogen sahen und der Hilfe der Sonne. Einig sind sich die drei in ihren Träumen, die Welt vor Schaden zu bewahren. Dafür wollen sie sich einsetzen, für eine friedliche Welt mit hellem Kinderlachen.

 
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